Vier Forschungsinstitute, ein Kuratorium und ein gemeinsames Ziel: Den Wasserstoffhochlauf in Deutschland vorantreiben.
Die Sprecher des H2-Kompetenzverbunds Dr. Jörg Nitzsche (links) und Gert Müller-Syring (rechts) mit DVGW-Vorstand Prof. Gerald Linke. © DVGW/Koroll;
DAS ZIEL: WASSERSTOFF FÜR ALLE VERFÜGBAR MACHEN
Am 28. und 29. April fand am Gas- und Wärme-Institut (GWI) in Essen die zweite DVGW-Obleutetagung „Perspektive Forschung“ statt. Rund 150 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, sich umfassend über aktuelle Entwicklungen in der DVGW-Forschung sowie über Projekte der beteiligten Institute zu informieren. Im Mittelpunkt standen zahlreiche Projektvorstellungen, die die thematische Breite und die hohe Relevanz der laufenden Forschungsaktivitäten der Gasbranche sichtbar machten. Ergänzt wurde das Programm durch eine Besichtigung der Räumlichkeiten des GWI mit seinen Testständen und Brennern, die den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in die Forschungsinfrastruktur ermöglichten. Neben den fachlichen Inhalten bot die Veranstaltung viel Raum für den persönlichen Austausch und die Vernetzung.
Im Rahmen der Tagung fand zudem die 7. Sitzung des Kuratoriums des H2-Kompetenzverbundes statt. Ein besonderer Dank gilt dem Team des GWI für die hervorragende Organisation sowie allen Vortragenden und Teilnehmenden für die engagierten Beiträge und die konstruktiven Diskussionen.
Die nächste Ausgabe der DVGW-Obleutetagung „Perspektive Forschung“ ist bereits in Planung und wird im Frühjahr 2027 in Karlsruhe am Engler-Bunte-Institut des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) stattfinden.

Die Aufgabe des Kompetenzverbunds ist es, durch eine stark anwendungsorientierte Forschung Wasserstofftechnologien schnell zur Marktreife zu führen und den Weg für einen Hochlauf – insbesondere in den Gebieten der klassischen leitungsgebundenen Energieversorgung – zu ebnen. Dazu hat der DVGW den H2-Kompetenzverbund im Rahmen eines Sonderforschungsprogrammes mit den nötigen Mitteln ausgestattet, aus denen Untersuchungen und Studien finanziert werden.
Häufig sind es gerade systemische Zusammenhänge, die einem sofortigen Wasserstoffeinsatz im Wege stehen, etwa, wenn es um Herkunftsnachweise für eine nachhaltige Erzeugung geht oder um die Frage, wie viel Wasserstoff schon selbst vor einer Komplettumstellung auf diesen Energieträger einfach ins Erdgas eingespeist werden kann. Die Forscher:innen aus Bonn, Essen, Freiberg, Leipzig und Karlsruhe arbeiten daran, diese wichtigen Eckpunkte zu erarbeiten.
Ohne effektiven Transfer und breite Kommunikation von Forschungsergebnissen kann die Mammutaufgabe der Umstellung unserer Versorgung auf klimaneutrale Energieträger nicht gelingen.